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Dornröschen - Weserbergland-regional

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Weserbergland
regional
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Dronröschen
Hofgeismar
Dornröschen (Darstellerin: Annalena)
Foto: Stadt Hofgeismar
Die Dornröschenstadt Hofgeismar begrüßt ihre Gäste mit verwinkelten Gassen, liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern, modernen Läden und einer Naturkulisse, die direkt aus einem Märchen stammen könnte. Der Beiname „Dornröschenstadt“ hat seinen Ursprung bei den Brüdern Grimm und ihrem berühmten Märchen: Nur wenige Kilometer vor den Toren Hofgeismars erhebt sich im Reinhardswald die Sababurg – vielen als Dornröschenschloss bekannt.
Derzeit wird das historische Schloss vom Land Hessen umfassend saniert. Die Arbeiten sind aufwendig und dauern an. Deshalb ist lediglich das Außengelände ausschließlich in den Sommermonaten samstags und sonntags zugänglich.
Ganz in der Nähe locken allerdings zwei weitere Highlights: der Tierpark Sababurg und der Urwald Sababurg. Beide sind das ganze Jahr über lohnende Ziele und gehören für viele Besucher fest zum Erlebnis Hofgeismar und des Naturparks Reinhardswald.
Auch mitten in der Stadt begegnet man dem Dornröschenmotiv immer wieder – etwa am Dornröschen-Denkmal auf dem Marktplatz. Wenn im Sommer die Rosen in allen Farben blühen, entfaltet die Stadt ihren ganz eigenen Zauber. Feste wie das jährliche Dornröschenfest greifen diese Atmosphäre auf und laden zum gemeinsamen Feiern ein.
Wer Geschichte hautnah erleben möchte, besucht das Stadtmuseum, das Apothekenmuseum oder das Schlösschen Schönburg im Brunnenpark. Ergänzend dazu bieten öffentliche Stadt- und Parkführungen in den Sommermonaten abwechslungsreiche Einblicke; individuelle Gruppenführungen sind nach Absprache jederzeit möglich.
Hofgeismar mit seinen sieben Ortsteilen zeigt viele Facetten. In Carlsdorf, Kelze und Schöneberg begegnet man der Geschichte der Hugenotten. Ob historischer Rundgang, gemütlicher Einkaufsbummel, Spaziergang, Wanderung, Radtour oder märchenhafte Begegnung – in Hofgeismar wird es garantiert nicht langweilig.
(Text: Stadt Hofgeismar)
Dornröschen
Vor  Zeiten war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag »Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!« und kriegten immer  keins. Da trug sich zu, als die Königin einmal im Bade saß, daß ein  Frosch aus dem Wasser ans Land kroch und zu ihr sprach: »Dein  Wunsch wird erfüllt werden; ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter  zur Welt bringen. Was der Frosch gesagt hatte, das geschah, und die  Königin gebar ein Mädchen, das war so schön, daß der König vor Freude  sich nicht zu lassen wußte und ein großes Fest anstellte. Er lud nicht  bloß seine Verwandten, Freunde und Bekannten, sondern auch die weisen  Frauen dazu ein, damit sie dem Kind hold und gewogen wären. Es waren  ihrer dreizehn in seinem Reiche, weil er aber nur zwölf goldene Teller  hatte, von welchen sie essen sollten, so mußte eine von ihnen daheim  bleiben. Das Fest ward mit aller Pracht gefeiert, und als es zu Ende  war, beschenkten die weisen Frauen das Kind mit ihren Wundergaben: die  eine mit Tugend, die andere mit Schönheit, die dritte mit Reichtum, und  so mit allem, was auf der Welt zu wünschen ist. Als elfe ihre Sprüche  eben getan hatten, trat plötzlich die dreizehnte herein. Sie wollte sich  dafür rächen, daß sie nicht eingeladen war, und ohne jemand zu grüßen  oder nur anzusehen, rief sie mit lauter Stimme: »Die  Königstochter soll sich in ihrem fünfzehnten Jahr an einer Spindel  stechen und tot hinfallen.« Und ohne ein Wort weiter zu  sprechen, kehrte sie sich um und verließ den Saal. Alle waren  erschrocken, da trat die zwölfte hervor, die ihren Wunsch noch übrig  hatte, und weil sie den bösen Spruch nicht aufheben, sondern nur ihn  mildern konnte, so sagte sie: »Es soll aber kein Tod sein, sondern  ein hundertjähriger tiefer Schlaf, in welchen die Königstochter  fällt.« Der König, der sein liebes Kind vor dem Unglück gern bewahren  wollte, ließ den Befehl ausgehen, daß alle Spindeln im ganzen  Königreiche sollten verbrannt werden. An dem Mädchen aber wurden die  Gaben der we-sen Frauen sämtlich erfüllt, denn es war so schön,  sittsam, freundlich und verständig, daß es jedermann, der es ansah, lieb  haben mußte. Es geschah, daß an dem Tage, wo es gerade fünfzehn Jahr  alt ward, der König und die Königin nicht zu Haus waren, und das Mädchen  ganz allein im Schloß zurückblieb. Da ging es allerorten herum, besah  Stuben und Kammern, wie es Lust hatte, und kam endlich auch an einen  alten Turm. Es stieg die enge Wendeltreppe hinauf und gelangte zu einer  kleinen Tür. In dem Schloß steckte ein verrosteter Schlüssel, und als es  umdrehte, sprang die Tür auf, und saß da in einem kleinen Stübchen  eine alte Frau mit einer Spindel und spann emsig ihren Flachs. »Guten Tag, du altes Mütterchen«, sprach die Königstochter, »was  machst du da?« »Ich spinne«, sagte die Alte und nickte mit dem Kopf.  »Was ist das für ein Ding, das so lustig herumspringt?« sprach das  Mädchen, nahm die Spindel und wollte auch spinnen. Kaum hatte sie aber  die Spindel angerührt, so ging der Zauberspruch in Erfüllung und sie  stach sich damit in den Finger..

In dem Augenblick aber, wo  sie den Stich empfand, fiel sie auf das Bett nieder, das da stand, und  lag in einem tiefen Schlaf. Und dieser Schlaf verbreitete sich über das  ganze Schloß: Der König und die Königin, die eben heim gekommen waren  und in den Saal getreten waren, fingen an einzuschlafen, und der ganze  Hofstaat mit ihnen. Da schliefen auch die Pferde im Stall, die Hunde im  Hofe, die Tauben auf dem Dache, die Fliegen an der Wand, ja, das Feuer,  das auf dem Herde flackerte, ward still und schlief ein, und der Braten  hörte auf zu brutzeln, und der Koch, der den Küchenjungen, weil er etwas  versehen hatte, an den Haaren ziehen wollte, ließ ihn los und schlief.  Und der Wind legte sich und auf den Bäumen vor dem Schloß regte sich  kein Blättchen mehr.

Rings um das Schloß aber begann eine  Dornenhecke zu wachsen, die jedes Jahr höher ward, und endlich das ganze  Schloß umzog und darüber hinauswuchs, daß gar nichts mehr davon zu  sehen war, selbst nicht die Fahne auf dem Dach. Es ging aber die Sage in  dem Land von dem schönen schlafenden Dornröschen, denn so ward die  Königstochter genannt, also daß von Zeit zu Zeit Königssöhne  kamen und durch die Hecke in das Schloß dringen wollten. Es war ihnen  aber nicht möglich, denn die Dornen, als hätten sie Hände, hielten fest  zusammen, und die Jünglinge blieben darin hängen, konnten sich nicht  wieder losmachen und starben eines jämmerlichen Todes. Nach langen  Jahren kam wieder einmal ein Königssohn in das Land und hörte, wie ein  alter Mann von der Dornhecke erzählte, es sollte ein Schloß dahinter  stehen, in welchem eine wunderschöne Königstochter, Dornröschen  genannt, schon seit hundert Jahren schliefe, und mit ihr schliefe der  König und die Königin und der ganze Hofstaat. Er wußte auch von seinem  Großvater, daß schon viele Königssöhne gekommen wären und versucht  hätten, durch die Dornenhecke zu dringen, aber sie wären darin hängen  geblieben und eines traurigen Todes gestorben. Da sprach der Jüngling:  »Ich fürchte mich nicht, ich will hinaus und das schöne Dornröschen  sehen.« Der gute Alte mochte ihm abraten, wie er wollte, er hörte  nicht auf seine Worte.

Nun waren aber gerade die hundert  Jahre verflossen, und der Tag war gekommen, wo Dornröschen wieder  erwachen sollte. Als der Königssohn sich der Dornenhecke näherte, waren  es lauter große schöne Blumen, die taten sich von selbst auseinander  und ließen ihn unbeschädigt hindurch, und hinter ihm taten sie sich  wieder als eine Hecke zusammen. Im Schloßhof sah er die Pferde und  scheckigen Jagdhunde liegen und schlafen, auf dem Dache saßen die  Tauben und hatten das Köpfchen unter den Flügel gesteckt. Und als er ins  Haus kam, schliefen die Fliegen an der Wand, der Koch in der Küche  hielt noch die Hand, als wollte er den Jungen anpacken, und die Magd saß  vor dem schwarzen Huhn, das sollte gerupft werden. Da ging er weiter  und sah im Saale den ganzen Hofstaat liegen und schlafen, und oben bei  dem Throne lagen der König und die Königin. Da ging er noch weiter, und  alles war so still, daß einer seinen Atem hören konnte, und endlich kam  er zu dem Turm und öffnete die Tür zu der kleinen Stube, in welcher  Dornröschen schlief. Da lag es und war so schön, daß er die Augen nicht  abwenden konnte, und er bückte sich und gab ihm einen Kuß. Wie er es mit  dem Kuß berührt hatte, schlug Dornröschen die Augen auf, erwachte und  blickte ihn ganz freundlich an. Da gingen sie zusammen herab, und der  König erwachte und die Königin und der ganze Hofstaat und sahen einander  mit großen Augen an. Und die Pferde im Hof standen auf und rüttelten  sich; die Jagdhunde sprangen und wedelten; die Tauben auf dem Dache  zogen das Köpfchen unterm Flügel hervor, sahen umher und flogen ins  Feld; die Fliegen an den Wänden krochen weiter; das Feuer in der  Küche erhob sich, flackerte und kochte das Essen; der Braten fing  wieder an zu brutzeln: und der Koch gab dem Jungen eine Ohrfeige, daß er  schrie, und die Magd rupfte das Huhn fertig. Und da wurde die Hochzeit  des Königssohns mit dem Dornröschen in aller Pracht gefeiert, und sie  lebten vergnüge bis an ihr Ende.

aus Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen, 7. Auflage 1857
Wir danken der Stadt Hofgeismar, dass Sie Dornröschen sowohl im gedruckten "Eisvogel - Magazin & Kalender im Weserbergland" mit einer Anzeige als auch diese Seite mit Text und Fotos unterstützt: www.hofgeismar.de
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