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Wilhelm Raabe - Weserbergland-regional

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Weserbergland
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Wilhelm Raabe
Eschershausen
Margarethe Raabe: Portraits ihres Vaters, 1933
Foto: aufgenommen im Raabe-Museum Eschershausen
Berlin – Ein Buch schreibt Geschichte
Von 1854 bis 1856 besuchte Wilhelm Raabe als Gasthörer die Friedrich Wilhelm-Universität in Berlin. Raabe ging nach Berlin, um seine Bildung zu erweitern und die Universität für die Zwecke seiner schriftstellerischen Entwicklung zu nutzen. Prägend waren daneben die Erfahrungen mit dem Leben in der Großstadt sowie die reichlich genutzten Möglichkeiten der Kulturangebote etwa mit Theater- und Museumsbesuchen. An seine Berliner Erfahrungen knüpfte Raabe in der Erzählung »Theklas Erbschaft« an: »Ich war ein Student, und ich studierte in Berlin die schönen Wissenschaften und die häßlichen für das Vergnügen und ums liebe Brod. Ich studierte aber auch das Leben, und in ihm das Schöne und das Häßliche von demselben Blatt – o großer Gott, was studierte ich alles! Es ist mir heute noch ein Mirakel, daß ich nicht mit einem Riß, einem Sprung im Hirnkasten oder einem darum gelegten eisernen Bande herumlaufe: die Gehirnerweiterung war zu mächtig!« In diese Zeit fiel der Beginn der Arbeit an der »Chronik der Sperlingsgasse«. Er will am 15. November 1854 mit der Niederschrift begonnen haben, plötzlich und überraschend: »Ich hatte mir das gelbe Papier aus einer leeren Zigarrenkiste herausgerissen, darauf habe ich die ›Sperlingsgasse‹ begonnen«. Raabe selbst hat diese Form der Berufung zum Dichter mit der Stilisierung des sogenannten Federansetzungstages gefördert und seine Gemeinde der Verehrer hat diesen Mythos bis in die Gegenwart gepflegt. Es gibt noch viele Beispiele, wie Raabe es verstanden hat, seinen Beruf als freier Schriftsteller geradezu legendenhaft zu verklären und damit selbst zur Legende zu werden. Mit der Fertigstellung der »Chronik« im Winter 1855 hatte sich Raabe frei geschrieben aus den belastenden Zwängen klein-bürgerlicher Gesellschaftsstrukturen und Leistungsorientierung. In der Selbstverwirklichung als Schriftsteller hatte er die Bestätigung eines Berufszieles gefunden, an dem er sich offenbar zielstrebig seit dem Ende der Wolfenbütteler Schulzeit orientiert hatte. Die Mutter empfing den scheinbar erneut Gescheiterten mit wenig Hoffnung für eine berufliche Zukunft: »Als ich jung von Berlin kam und brachte ihr das Manuskript der ›Chronik‹ mit und legte es ihr vor, da sagte sie: ›Ach, Wilhelm, es wird ja doch wieder nichts‹«.
(Text: Prof. Gerd Biegel)
Wir danken der Raabe-Apotheke Eschershausen, dass Sie Wilhelm Raabe im gedruckten "Eisvogel - Magazin & Kalender im Weserbergland" mit einer Anzeige unterstützt: www.raabe-apotheke-app.de
Ebenso danken wir der Stadt Braunschweig und dem Raabe-Museum für das Bildmaterial von Wilhelm Raabe: Museum Raabe-Haus in Eschershausen & Raabe-Museum in Braunschweig
Ebenso danken wir Prof. Gerd Biegel für Text über Wilhelm Raabe.
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