Bluthänfling
Linaria cannabina
"Unser Blut- oder Rothhänfling, Rubin, Rothkopf, Rothbrüster, Mehl- und Krauthänfling, Hemperling, Hanfvogel oder Hanffink, Hanfer, Artsche, ist auf der Stirne und in der Augengegend braungelblichweiß, auf dem Scheitel prachtvoll karminroth, auf den hinteren Kopfseiten und dem Halse aschgrau, rötlichgelb gestrichelt, auf Hinterrücken und Schultern zimmetbraun, jede Feder hier dunkler geschaftet und lichter gekantet, auf dem Unterrücken weißbräunlich, auf dem Bürzel schmutzigweiß; Kehle und Gurgel sind bräunlichweiß, durch dunkelgraue Striche und längere Flecke gezeichnet, Brustmitte, Bauch und untere Schwanzdecken weiß, die Brustseite lebhaft karminroth, die Weichen licht zimmetfarbig, die schwarzen Handschwingen außen und innen schneeweiß, an der Spitze lichtbräunlich, die schwarzbraunen Armschwingen lichter und breiter hellzimmetfarbig gesäumt, die zimmetbraunen Schultern und Oberflügeldecken am Ende rostgelblich gekantet, die Schwanzfedern schwarz, mit Ausnahme der beiden mittelsten lichtbraun gesäumt, auf beiden Seiten hellweiß gekantet, die Oberschwanzdecken schwarz und weiß gesäumt, die Unterschwanzdecke weiß. Der Augenring ist dunkelbraun, der Schnabel bleigrau, an der Wurzel dunkler, der Fuß röthlichgrau. Die Länge beträgt einhundertdreißig, die Breite zweihundertdreißig, die Fittiglänge dreiundsiebzig, die Schwanzlänge fünfundfunfzig Millimeter. [...]
In Deutschland ist er überall häufig, am gemeinsten vielleicht in hügeligen Gegenden. Hohe Gebirge meidet er, ausgedehnte Waldungen nicht minder."
Auszug aus: Brehms Thierleben. Allgemeine Kunde des Thierreichs. Große Ausgabe. Zweite umgearbeitete und vermehrte Auflage. Zweite Abteilung - Vögel. Zweiter Band. Leipzig. Verlag des Bibliographischen Instituts. 1879 (S. 172 ff.)
